Schon seit einigen Jahren besuchen etwa zehn Omis die Grundschule in Albersdorf, um den Dritt- und Viertklässlern das Häkeln und Stricken zu lehren. Mit viel Freude gehen die Damen - es sind alles Mitglieder der Hausfrauenclubs - jeweils im Februar zweimal die Woche zur Schule und ebenso freudig werden sie von den Schülerinnen und Schülern erwartet. Fast alle Frauen haben die 70 Jahre überschritten, wobei Käthe Harder mit 84 Jahren die älteste „Lehrerin“ ist.
Im Fach Kunst versuchen die Omis den Kindern in den dritten Klassen das Häkeln beizubringen und in den vierten Klassen wird das Stricken erklärt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Jungs oder Mädchen, alle sind voll bei der Sache. Sie sind so eifrig dabei, dass einige sogar versuchen, es anschließend ihren Eltern beizubringen. Auch sogar zwei junge Lehrerinnen, die Schüler der Förderschule integrativ betreuen, waren so vom Stricken angetan, dass sie sich auch dafür interessierten und heute stricken können. Für die Strick-Omis ist dieses eine interessante Freizeitgestaltung, sie genießen den sozialen Kontakt zu den Kindern und sind für die Lehrkräfte eine enorme Hilfe.
So viel Zeit können die Lehrerinnen nicht aufbringen, um jedes Kind diese Handarbeitstechnik eingehend zu erklären. Die Omis haben schnell das Vertrauen der Kinder gewonnen und während der Unterrichtsstunden schütten die Jungen und Mädchen auch mal ihr Herz aus und erzählen von ihren Freizeiten. Im Gegenzug berichten die Strick-Omis Geschichten aus ihrer Jugend.
Diese generationsübergreifende Aktion eine gelungene Sache und für andere Schulen zur Nachahmung empfohlen, so die Schulelternbeiratsvorsitzende Anke Stockfleth.
Foto: Die Strick-Omis mit den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Albersdorf.
Foto und Text: Tießen