Den Schülern der
Albersdorfer Schulen wird in Kürze etwas ganz Besonderes
angeboten. Ab dem Frühjahr können sie sich zu richtigen
Radiomachern ausbilden lassen, nach eigenen Wünschen und
Interessen Beiträge produzieren und damit auf Sendung gehen.
Möglich macht das ein neu eingerichtetes Hörfunkstudio an
der Regionalschule.
Die Basis dafür liefert eine neue
Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein. Als einzige
Schule im Kreis und als eine von vier weiteren Schulen im Land hat
der öffentlich-rechtliche Sender die Albersdorfer Regionalschule
zur Medienkompetenz-Pilotschule auserkoren. Dabei handelt es sich um
eine langfristig angelegte Partnerschaft, deren Sinn und Zweck es
ist, den Schülerinnen und Schülern Fähigkeiten und
Fertigkeiten im Zusammenhang mit dem Medium Radio zu vermitteln.
„Die Schüler werden auf eine
ganze neue Weise in ihren Interessen angesprochen, ich bin sicher,
dass sich daraus viel entwickeln wird“, freut sich Schulleiterin
Ilka Hoop-Parschat.
Den Kindern und Jugendlichen eröffnet
sich ein breites Spektrum an Möglichkeiten: Sie können
Stoffe aus dem Unterricht in völlig neuer Form aufarbeiten und
präsentieren, sie können journalistischen Handwerks- und
Darstellungsformen erlernen, sie können an ihren individuellen
und persönlichen Fähigkeiten arbeiten, was zum Beispiel die
Sicherheit des mündlichen Ausdrucks betrifft. Und sie können
sich über Sendebeiträge ganz neue Kontakte „zur Welt
draußen“ schaffen. Nicht zuletzt ist auch der Aufbau eines
internen Schulradios möglich.
„Albersdorf ist jetzt unser 28.
Außenstudio in Schleswig-Holstein. Das zeigt, dass wir auch in
der Fläche stark präsent sind“, sagte OK-Geschäftsführer
Peter Willers aus Kiel, der zum Start des Projekt nach Albersdorf
gekommen war. Willers dankte Bürgermeister Peter Mucke als
Vertreter des Schulverbandes für die Unterstützung. Denn es
steht nicht nur ein geeigneter Raum im Südtrakt für das
neue Projekt bereit, der Raum wurde auch durch spezielle Dämmungen
für den neuen Zweck optimal vorbereitet.
Der Sender stellt nicht nur die
technische Einrichtungen zur Verfügung, sondern wird sich auch
aktiv am Aufbau einer örtlichen Hörfunkredaktion
beteiligen. Dazu gehört im ersten Schritt die Ausbildung der
Lehrer, die in speziellen medienpädagogischen Seminaren auf ihre
neue Aufgabe vorbereitet werden. Diese wird insbesondere darin
bestehen, später mit den Kindern und Jugendlichen Sendungen
vorzubereiten und zu produzieren beziehungsweise die Schüler zu
befähigen, dieses selbständig zu tun.
Auch die Eltern sollen nicht abseits
bleiben. Nicht bloß, weil die Elternvertretung der
Regionalschule dies Vorhaben initiiert hatte. Eltern haben nach den
Worten von Willers nach wie vor große und verantwortungsvolle
Aufgaben bei der Bildung und Erziehung ihrer Kinder. Dazu gehört
auch der Umgang mit den Medien. In speziellen Veranstaltungen soll
den Eltern vermittelt werden, wie die Medienwelt funktioniert und wie
sie ihren Kindern dabei hilfreich zur Seite stehen können. Nicht
zuletzt sollen Spieleabend angeboten werden, bei denen die Eltern und
Lehrkräfte in die Welt der PC-Spiele eingeführt werden.
Kosten für das Projekt entstehen
nicht. „Wir werden über die Rundfunkgebühren finanziert.
Hier bekommen die Kunden und Nutzer also einmal direkt etwas zurück“,
schmunzelte Willers. Auch die Nutzung von Musik für
Sendebeiträge ist kostenlos. Die Jugendlichen dürfen also
ihre heimische CD-Sammlung für diesen Zweck einsetzen. Die
Nutzung ist über einen Pauschalvertrag von OK Radio mit der GEMA abgegolten.
Das neue Hörfunkstudio wird nicht
nur den Regionalschülern offenstehen. Auch Grundschule und
Förderzentrum werden einbezogen, ferner der Ganztag und auch das
Jugendzentrum. „Das soll hier ein offenes Haus werden“,
verspricht Ilka Hoop-Parschat. In erster Linie soll es natürlich
der Schülerausbildung dienen.
Text: H. Böttiger Fotos: E.W. Ramundt